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Aqua Soil ohne Power Sand wie starten?

Donnerstag, 26. November 2009

Viele wollen die Vorteile des Aqua Soils nutzen, jedoch keinen Power Sand erwerben. Power Sand ist jedoch ein wichtiger Bestandteil des ADA Systems und muss dementsprechend beim Einfahren ohne dieses Produkt ausgeglichen werden.

Nach einer neuen Analyse von Tom Barr enthält der Power Sand sehr viele Makronährstoffe, die wohl daher rühren, dass der Power Sand kräftig mit Dünger getränkt wurde und zusätzlich noch Osmocote beigefügt wurden, welche ebenfalls weitere Nährstoffe abgeben. Diese hohen Mengen an Makronährstoffen helfen gerade zu Beginn des Beckens die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Alleine Kalium ist nicht ausreichend vorhanden, weswegen eine relativ hohe Menge Kalium in das System eingebracht wird (3 mg/l Kalium pro Tag).

Ist jetzt jedoch kein Power Sand vorhanden, so macht auch die Düngung allein mit Kalium wenig Sinn, da den Pflanzen ggf. einige Makronährstoffe fehlen und diese daher nicht richtig loslegen können. Es ist daher ratsam bei dem Start nur mit Aqua Soil von Beginn an eine normale Düngung aufzunehmen. Makronährstoffe und auch Mikronährstoffe sollten hierbei nicht fehlen. Eine außerordentliche Portion Kalium ist hier nicht notwendig, da bei den geläufigen Makronährstoffsystemen oft genug Kalium ins System eingebracht wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, düngt zu Beginn etwas Kalium zusätzlich auf.

Zusammengefasst, macht die Düngung mit allein Kalium im ADA System schon Sinn, sollte jedoch nicht auf Becken mit lediglich Aqua Soil übertragen werden. Wenn nur Aqua Soil zum Einsatz kommt, muss eigentlich von Beginn an ausreichend nachgedüngt werden. Beim Estimative Index kann man z.B. für die ersten zwei Wochen mit der Hälfte der zugeführten Menge kalkuliert werden. Volldünger kann auch auf halber Dosis verabreicht werden. Beim NPK Dünger sollte von Beginn an mit der vollen Dosis gearbeitet werden.

Wie Aqua Soil einsetzen?

Donnerstag, 26. November 2009

Dieser Artikel stammt aus dem Online Aqua Journal (Vol. 001) von ADA  und wurde lediglich übersetzt, damit diese hilfreichen Informationen auch den deutschen Nutzern der ADA Produkte zur Verfügung stehen.

In einem Naturaquarium nimmt das Bodensubstrat eine Schlüsselrolle in Bezug auf das gesamte System ein und es wurden viele Anstrengungen unternommen die Qualität des Substrats zu verbessern.  Aus diesem Grund wurden verschiedene neue Produkte wie der Power Sand, Bacter 100 und Clear Super entwickelt.

In vergangener Zeit wurden Wasserpflanzen vorrangig im Kies, welcher für Fischaquarien vorgesehen ist, eingepflanzt, welches die Haltung von Pflanzen durch den Mangel an Nährstoffen schwierig machte. Es wurden einige Methoden erfunden, um Nährstoffe in den Kiesboden einzubringen. Viele dieser Errungenschaften kamen jedoch mit Problemen einher, so dass in etwa die eingebrachten Mittel verrotteten oder die Nährstoffe schnell aus dem Boden in das Wasser gelangten und hiermit die Wasserqualität verschlechterten. Oft kam es mit diesen Versuchen zu Trübungen des Wassers oder Algenblüten, welches das Aufrechterhalten eines Pflanzenaquariums erschwerte. Hierauf richtete ADA seine Anstrengungen auf die Erdmikroben. Die anfänglichen Probleme konnten beseitigt werden, indem man die Erdmikroben so anregte, dass sie wie im natürlichen System arbeiteten. Hierdurch war es nun möglich ein Pflanzenlayout über eine lange Zeit aufrecht zu erhalten. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der Vielzahl an Mikroorganismen, welche durch das Bacter 100 und die organischen Bestandteile des Power Sands entstanden sind. Die natürlichen Erden in den Habitaten der Pflanzen enthalten viel organisches Material und Mikroben. Diese unterstützen den Wuchs der Pflanzen und helfen diesen Nährstoffe über die Wurzeln aufzunehmen. Das Bodensubstrat eines Naturaquariums setzt genau bei diesen Mechanismen aus der Natur an. Im den ersten Tagen des Naturaquariensubstrats, wurde vorrangig auf Powersand und normalen Sand zurückgegriffen. Nachdem die Aqua Soil Serie gestartet wurde, setzte sich dieses Substrat als vorrangiges Bodensubstrat durch. Dieser Entwicklung haben wir das derzeitige Substratsystem, welches Aqua Soil mit Power Sand kombiniert, zu verdanken.

Aqua Soil und Power Sand

[Quelle ADA Online Aqua Journal Vol: 001, Copyright ADA]

Die Hauptbestandteile des Aqua Soils sind natürliche Erden. Genau diese Erden ermöglichen es Wasserpflanzen ähnlich wie in ihren natürlichen Bedingungen wachsen zu lassen. Natürliche Erden bestehen vorrangig aus Ton, Mineralien und organischen Elementen. Die Farbe und Eigenschaften des Substrats hängen stark mit den eingesetzten Elementen und Proportionen zusammen. Verschiedene Typen von Erden existieren um uns herum, wie z.B. schwarze Erde, rötliche oder gar gelbe Erde. Jede dieser Erden hat spezifische Eigenschaften, wie z.B. die Wasserspeicherungskapazität oder die Fähigkeit Pflanzen zum Wuchs zu bringen. Beispielsweise hat schwarze Erde, welche reich an organischen Materialien ist, eine exzellente Wasserspeicherungskapazität und lässt Pflanzen besonders gedeihen. In gelber Erde wachsen die Pflanzen dagegen nicht ganz so üppig, da diese viel weniger organische Bestandteile enthält und die Wasserspeicherungskapazität viel geringer ist. Der organische Anteil an den Erden ist besonders wichtig, da dieser die Ausbreitung der Mikroben begünstigt und als deren Nahrung dient. Die Mikroben zersetzen das organische Material, so dass hieraus pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen, welche hierauf von den Pflanzen aufgenommen werden können.

Die Merkmale der unterschiedlichen Aqua Soils

Es gibt zur Zeit vier unterschiedliche Aqua Soils. Jede von ihnen hat ihre eigene Farbe und besondere Eigenschaften. Es bietet sich daher an die passende Sorte in Bezug auf das Anwendungsgebiet und  Wasser auszuwählen. Natürlich kann man das Substrat auch rein aus ästhetischen Gründen rein der Farbe nach wählen, jedoch hat man ebenfalls die Möglichkeit nach anderen Kriterien wie z.B. der Körnung des Substrats oder der Wuchs fördernden Eigenschaften auszuwählen.

ADAs Aqua Soil Serie gibt es in einer normalen Körnung, welche sich bestens als Hauptsubstratschicht eignet und eine sehr kleine Körnung, Powder genannt, welche sich sehr gut für kleine Aquarien oder als oberste Substratschicht anbietet. Beide Körnungen bestehen aus den gleichen Materialien  und weisen die gleichen Eigenschaften auf.

Amazonia

Dieses Aqua Soil wird aus Schwarzerden, welche reich an organischen Elementen und verschiedenen Nährstoffen sind. Die organischen Bestandteile der Erde stammen vorrangig aus verrotteten Pflanzenmaterialien, welche durch Erdmikroben zersetzt wurden. Durch diesen Umstand ist das Substrat reich an Ammoniumstickstoff, welches bei der Zersetzung von organischen Bestandteilen entsteht, ebenso organische Säuren wie z.B. Huminsäure oder Essigsäure, die durch die Verrottung von Pflanzenmaterial entstehen. Wasserpflanzen wachsen in diesem Substrat sehr gut, da die Bestandteile der Erde das Wurzelwachstum der Pflanzen begünstigen und gleichzeitig eine Umgebung geschaffen wird in der die Nährstoffe sehr gut von den Wurzeln aufgenommen werden können.

Amazonia II

Dieses Aqua Soil ist das neuste der Aqua Soil Reihe und umfasst die exzellenten Eigenschaften der anderen Aqua Soils. Das Grundmaterial ist ebenfalls Schwarzerde, jedoch ist die Zusammensetzung der organischen Bestandteile und des Tons anders als beim Amazonia. Durch diese andere Zusammensetzung ist die Farbe etwas bräunlicher. Manchmal können kleine rotbraune Partikel aus den Aqua Soil Körnern austreten, jedoch haben diese keinerlei negativen Einfluss auf das Wurzelwachstum, da die Weichheit und Durchlässigkeit des Substrats weiterhin gewährleistet ist. Alles in allem ist Amazonia II nicht besser um Wasserpflanzen zu pflegen als das normale Amazonia. Es enthält ebenfalls organische Säuren und Stickstoff in einem gut gewählten Verhältnis, um so den Wuchs der Wasserpflanzen positiv zu beeinflussen. Dieses Substrat hat den Vorteil, dass es das Wasser nicht einfärbt, da keine Huminsäuren enthalten sind.

Africana

Dieses Aqua Soil ist aus roten Erden hergestellt. Auch wenn die organischen Bestandteile und der Stickstoffanteil nicht so hoch wie im Amazonia sind, so ist dieses Aqua Soil bei weitem effektiver in Bezug auf die Pflanzenkultivierung als beispielsweise normaler Sand. Es senkt den pH Wert des Wassers sehr rapide und hat eine ausgezeichnet positive Wirkung auf die Wasserqualität.

Malaya

Dieses Aqua Soil ist primär aus gelben und braunen Erden hergestellt. Es enthält den geringsten Anteil an organischen Materialien und Stickstoff der gesamten Aqua Soil Reihe. Es senkt hierfür jedoch den pH Wert am deutlichsten und schafft es ohne Probleme saures Wasser zu produzieren.

Aqua Soil und die Wasserqualität

Alle vier Aqua Soil Typen haben die Fähigkeit den pH Wert des Wassers abzusenken. Da die KH (Karbonathärte) ebenfalls beim Absenken des pH Werts reduziert wird, entsteht durch die Nutzung von Aqua Soil saures weiches Wasser, dass der Wasserqualität von tropischen Flüssen im Regenwald sehr ähnlich ist. Durch die Wasserqualität, die das Aqua Soil produziert, ist es nun möglich viele schwierige Pflanzen wie z.B. Südamerikanische Stängelpflanzen der Familie „Tonina“ zu pflegen. Der geringere pH Wert und die geringere Karbonathärte begünstigen mehr freies CO2 in der Wassersäule und schaffen eine Umgebung in der Wasserpflanzen, nur mit geringen Ausnahmen, sehr einfach Photosynthese betreiben können. Der Stickstoff im Amazonia ernährt die Wasserpflanzen direkt, Amazonias Fähigkeit das Wasser saurer und weicher zu machen, fördert die Pflanzen indirekt. Sand wurde häufig genutzt, bevor Aqua Soil auf den Markt kam, jedoch senkt Sand nicht den pH und die KH. In machen Fällen steigerte der Sand diese sogar. Japanisches (wie auch deutsches) Leitungswasser ist oft leicht alkalisch und enthält einiges an Karbonat. Es ist schwierig den pH Wert und die KH zu senken, wenn man auf Sand setzt. Aqua Soil dagegen senkt durch seine organischen Säuren den pH Wert und neutralisiert gleichzeitig die alkalischen Karbonate, wodurch sich ein weiches, leicht saures Wasser einstellt. Zusätzlich ist Amazonia reich an Huminsäuren, welche auch im Schwarzwasser der tropischen Flüsse im Regenwald enthalten ist. Die Huminsäuren können den pH Wert jedoch nicht deutlich absenken. Alles in allem löst sich Huminsäure in sauren Wasser nicht besonders gut. Sie neigt dazu aus dem Substrat in die Wassersäule zu entweichen und dort das Wasser leicht gelblich bis hin zu bräunlich zu verfärben. Dieser Effekt wird bei einer höheren Karbonathärte und alkalischen Wasser begünstigt. Japanisches Leitungswasser (und auch deutsches) sind generell eher alkalisch und haben selten eine sehr niedrige Karbonathärte nahe Null. In einigen Gegenden Japans (und auch Deutschlands) weist das Leitungswasser eine hohe Karbonathärte auf und der pH Wert ist sehr alkalisch bei ungefähr 8. Wenn solches Wasser für Wasserwechsel mit Amazonia Substrat genutzt wird, treten verstärkt Huminsäuren aus dem Substrat aus und verfärben das Wasser. Wenn der pH und KH Wert des lokalen Leitungswassers hoch ist, kann also Amazonia II helfen, diese Verfärbungen zu vermindern. Dies liegt vor allem daran, dass Amazonia II den pH Wert am stärksten nach Africana und Malaya reduziert und der Huminsäureanteil nicht so hoch wie beim Amazonia ist.

Pflegemaßnahmen in der Einlaufphase eines Aquariums mit Aqua Soil und einige Vorischtsmaßnahmen

Die Aqua Soil Serie wird mit Hitze hergestellt, so dass sich weiche, teilweise feuchte Körnchen bilden, welche die Vorzüge natürlicher Erden hervorragend vereinen. Das relativ weiche Aqua Soil Granulat ist besonders förderlich für die Wasserpflanzen, da sie die Pflanzen nicht beim Wurzelwachstum einschränken. Die Wurzeln der Wasserpflanzen können die Körnchen ohne Probleme zur Seite schieben oder diese durchdringen. Auch wenn die Aqua Soil Körner den Wurzeln der Wasserpflanzen optimale Bedingungen bieten, so kann sich mit der Zeit einiges an feinem Staub zwischen den Körnern bilden, welcher durch leichte Vibration und der Reibung der Körner aneinander entsteht, dies kann im Becken passieren oder auch schon während der Lagerung. Diese feinen Partikel können das Wasser trüb werden lassen, wenn diese aufgewirbelt werden. Wenn das Wasser also trüb wird, nachdem man das Substrat eingebracht und die Pflanzen eingesetzt hat, sollte man den Filter ausschalten bzw. auslassen und einen kompletten Wasserwechsel durchführen, bevor der Filter wieder gestartet wird. Amazonia enthält im Besonderen sehr viel organisches Material. Wenn diese feinen Staubpartikel vom Filter eingesaugt werden, bieten sie Nahrung für Bakterien und frei schwimmende Algen, wodurch die Trübung ggf. viel schwieriger zu beseitigen ist. Eine leichte Trübung ist relativ einfach durch einen kompletten Wasserwechsel zu beseitigen. Wenn das Wasser jedoch sehr trüb ist und die Trübung auch nach einigen Wasserwechseln noch anhält, kann die Klarheit des Wassers durch simultanes auslassen und zuführen des Wassers verbessert werden. Das Wasser kann zum Beispiel mit einem Schlauch ausgelassen werden und man führt die gleiche Menge an ausgelassenem Wasser parallel wieder ein.

Das Wasser kann manchmal selbst dann noch trüb werden, wenn es zu Beginn kristallklar war. Zum Beispiel wenn das Aqua Soil aufgewirbelt wird, der Filtereinlauf zu nah am Substrat ist und dieses teilweise einsaugt oder auch der Filterauslass zu sehr auf das Soil gerichtet wird, so dass dieses aufgewirbelt wird. Wenn dies der Fall ist, sollte man seinen Filter Ein- und Auslauf überprüfen und ggf. anpassen. Garnelen können ebenfalls dafür sorgen, dass das Becken trüb wird, wenn diese kontinuierlich den Boden bearbeiten und dabei Partikel aufwirbeln.  In diesem Fall nimmt die Trübung ab, so bald der Boden immer weiter von Pflanzen bedeckt wird. Wir empfehlen daher in der Verbindung mit Aqua Soil immer genug Wasserpflanzen einzusetzen. Nährstoffe können auch aus dem Boden in das Wasser entweichen, wenn nicht genügend Wasserpflanzen vorhanden sind. Während der Einlaufphase können alles in allem hohe Mengen an Nährstoffen, wie z.B. Stickstoff, in die Wassersäule gelangen. Zwei bis drei Wasserwechsel pro Woche sind hier sehr ratsam. Sobald die Wasserpflanzen richtig anfangen zu wachsen, nehmen diese aktiv die Nährstoffe auf und die Wasserwechsel können auf einen Wasserwechsel pro Woche reduziert werden. Ebenfalls ist bei der Benutzung von Amazonia beim Wasserwechsel zu beachten, dass hohe Mengen an Huminsäuren in das Wasser entweichen können. Gerade bei härterem Wasser kann dies ausgeprägter stattfinden. Die Leitungswasserqualität hängt stark von der Gegend ab. Wenn der pH Wert des Wasser um 7,5 ist und die KH 2 bis 3, gelangt nur ein kleiner Teil an Huminsäure in das Wasser und färbt dieses nur sehr gering. Wenn der pH Wert und die KH des Leitungswassers höher ist, dann müssen spezielle Maßnahmen ergriffen werden. Generell wäre Amazonia II für solches Wasser zu empfehlen. Wenn Amazonia jedoch schon im Aquarium eingebracht wurde, kann die Wasseraufbereitung des Leitungswassers die vom Amazonia ausgehenden Verfärbungen reduzieren. Osmose oder VE können bei diesem Problem sehr hilfreich sein. Mit diesen sollte man den pH Wert und KH Wert soweit reduzieren, so dass kein alkalisches Wasser mehr vorhanden ist.

Wasserpflanzen und die unterschiedlichen Wege der Düngung

Freitag, 20. Juni 2008

Düngung im Aquarium – Ein Vergleich der Düngesysteme

Ein neues Aquarium mit Pflanzen und Fischen ist eingerichtet und man fragt sich wie man den Pflanzenwuchs auf Dauer aufrecht erhalten kann. Bei vielen Personen werden Unmengen an neuen Pflanzen gekauft, da diese immer wieder eingehen oder es wird auf sehr einfach zu haltende Pflanzen ausgewichen. Algen machen sich teilweise auch breit und oft ist dies dann der Todesstoß für das Hobby Aquaristik. Der Spaß lässt einfach nach und man sieht keinen Lösungsweg aus dieser Situation, außer einem Neuanfang oder eben der Totalaufgabe.

Estimative Index

Diese Probleme müssen aber nicht auftauchen und können von vorn herein verhindert werden, wenn man sich für ein durchdachtes Düngesystem entscheidet. In diesem Artikel soll daher auf die gängigen Düngesysteme eingegangen werden, damit die Wasserpflanzen im Aquarium gedeihen und die Algen keine Chance haben. Denn in einem gut bepflanzten Aquarium mit gesunden Pflanzen fühlen sich auch die Bewohner sehr viel wohler.

Wasserpflanzendünger wird im Zoofachgeschäft meist nur als Eisenvolldünger verkauft. Dieser hat jedoch einen entscheidenden Nachteil und zwar werden nur Mikronährstoffe, wie z.B. Eisen, Mangan usw., dem Wasser zugeführt. Mikronährstoffe werden von den Pflanzen in recht geringer Menge benötigt, fördern aber den Pflanzenwuchs enorm in einem normalen Gesellschaftsbecken mit wenig Licht. In solchen Aquarien ist nämlich von den Makronährstoffen, Nitrat und Phosphat, meist genug durch Fischausscheidungen vorhanden.

Aquarien werden heutzutage aber mit stärkerer Beleuchtung verkauft und CO2 kommt ebenfalls sehr viel häufiger zum Einsatz. Die Aquarien werden so gesehen auf Hochleistung getrimmt, jedoch fehlt es dann oft an der richtigen Ernährung für die Pflanzen und so gedeihen diese nicht optimal. Algen erfreuen sich an solchen Zuständen und vermehren sich in diesen pflanzenunfreundlichen Aquarien prächtig. Oft kommt es bei solchen Becken zu einem Nährstoffungleichgewicht oder auch einem Mangel an gewissen Nährstoffen. Gerade die Makronährstoffe können hier leer gelaufen sein und hindern die Wasserpflanzen an einem guten Wuchs.

Wollen wir uns nun den unterschiedlichen Düngesystemen widmen. Welche Möglichkeiten hat der Aquarianer hier? Ich will mich auf vier Arten konzentrieren und zwar auf den Estimative Index, PMDD basierende Dünger wie Aqua Rebell Makro Basic NPK oder PPS Pro, substratorientierte Düngung im Stil von Aqua Design Amano und eine gezielte Düngung durch Auffrischung der verbrauchten Nährstoffe mit paralleler Kontrolle der Wasserwerte.

Estimative Index

Kommen wir zunächst zum Estimative Index. Was zeichnet dieses Düngesystem aus? Die Grundannahme beläuft sich darauf, dass Wasserpflanzen immer genug von allen Nährstoffen zur Verfügung haben müssen, um optimal zu wachsen. Aus diesem Grund wird den Pflanzen ein reichhaltiges Angebot an Nitrat, Phosphat, Kalium und Mikronährstoffen geboten. Der Estimative Index probiert somit eine unlimitierte Nährstoffzufuhr sicher zu stellen. Damit sich keine Nährstoffe im Aquarium ansammeln, muss einmal pro Woche ein Wasserwechsel von 50% durchgeführt werden. Durch den Wasserwechsel kann sich im Laufe der Zeit die zugeführte Düngemenge, bei keinerlei Verbrauch durch die Wasserpflanzen, lediglich verdoppeln. Es kommt also nicht zu extrem hohen Nitrat-, Phosphat oder Kaliumwerten, die gefährlich für die Bewohner seien könnten.

Estimative IndexBei diesem Düngesystem müssen durch die recht großen Wasserwechsel keinerlei Wassertests durchgeführt werden, womit dieses System sehr anwenderfreundlich ist.

Bei normaler Anwendung mit dem Estimative Index ist eine CO2 Zufuhr sehr wichtig. Durch das reichliche Angebot an Nährstoffen wird von den Wasserpflanzen der Hauptnährstoff CO2 in einem höheren Ausmaß benötigt. Der CO2 Wert sollte um 30 mg/l betragen und kann durch z.B. einen CO2 Dauertest überprüft werden.

Der Estimative Index kann natürlich auch individuell auf das eigene Aquarium angepasst werden. Hierfür düngt man zunächst die vorgeschriebene Menge und reduziert in den kommenden Wochen diese Dosis. Falls man also 5 ml am Tag verabreicht, führt man zum Beispiel die nächsten zwei Wochen nur noch 4 ml hinzu und schaut ob sich die Pflanzen im Wuchs verändern. Wenn die Wasserpflanzen weiterhin gut wachsen reduziert man in den kommenden zwei Wochen erneut um 1 ml auf nun 3 ml. Kommt es nun in den zwei Wochen zu einem schlechteren Wuchs oder sogar Algen, dann muss man die Dosis wieder auf 4 ml erhöhen und hat somit seine optimale Düngerzufuhr gefunden.

Der Estimative Index kann bei zu wenig CO2 mit gewissen heiklen Wasserpflanzen, durch die höheren Nährstoffwerte, auch zu Problemen führen. Eine konstante CO2 Zufuhr ist daher sehr wichtig. Eine Optimierung der Düngemenge auf das eigene Aquarium ist hier sicherlich ein weiterer wichtiger Aspekt, um solchen Problemen entgegen zu wirken. Die hohe Wasserwechselfrequenz schreckt ebenfalls einige Personen ab.

PMDD basierende Düngesysteme (Aqua Rebell Makro Basic NPK, PPS Pro)

PMDD, als Abkürzung für Poor Mans Dosing Drops, ist ein bereits recht altes Düngesystem, welches zu seinen Zeiten ohne Phosphatzusatz entwickelt wurde. Hier lag der Schwerpunkt auf einer ausreichenden Nährstoffzufuhr, ohne dabei hohe Nährstoffwerte im Aquarium anzustreben. Das Prinzip basiert hierbei auf der guten Anpassungsfähigkeit der Wasserpflanzen auf eine sehr limitierte Phosphatdüngung. Durch weniger Phosphat wird auch von den anderen Nährstoffen sehr viel weniger benötigt. Gerade in Aspekt auf CO2 und die anderen Makronährstoffe muss hier viel weniger zugedüngt werden.

Aqua Rebell Makro Basic NPKBei der Makronährstofflösung Aqua Rebell Makro Basic NPK und auch dem Düngesystem PPS Pro sind jedoch geringe Mengen Phosphat für die tägliche Düngung hinzugekommen, damit die Pflanzen täglich eine gewisse Menge von jedem Nährstoff zur Verfügung haben. Der Phosphatzusatz dient auch dazu den etwas gesteigerten Nährstoffbedarf durch verbesserte Aquarientechnik, wie z.B. der Beleuchtung, auszugleichen.

Ein Vorteil von diesem System liegt in der reduzierten Wuchsgeschwindigkeit der Pflanzen, da diese nicht unter Hochleistungskriterien zum Wuchs bewogen werden, wie bei dem Estimative Index. Ebenfalls muss hier nicht wöchentlich ein großer Wasserwechsel vorgenommen werden, wobei Wasserwechsel generell immer gut für ein Aquarium sind. Wasserwechselintervalle von 25%-50% alle zwei Wochen sollten bei diesem System ausreichen.

Wassertests sind bei diesem System ebenfalls nicht notwendig, da die Nährstoffzufuhr so konzipiert wurde, dass die eingebrachten Nährstoffe auch verbraucht werden.

Ein Mikrodünger (Eisenvolldünger) muss natürlich weiterhin parallel zu den PMDD Makrolösungen dosiert werden.

Die Nachteile bei diesem System liegen in dem teilweise recht geringen Phosphatanteil, der in einigen Becken dafür sorgt, dass trotz der recht fein abgestimmten Nährstoffe im Dünger gewisse Mangelsituationen auftreten. Hier muss dann gegebenenfalls mit einem zusätzlichen Einzelnährstoffdünger nachdosiert werden. Bei sehr vielen Personen funktioniert der Dünger jedoch ohne die Zufuhr von weiteren Makronährstoffen.

Substratorientierte Düngung im Stil von ADA

Bei den bis jetzt vorgestellten Düngesystemen wurde die Düngung der Wasserpflanzen gezielt über die Wassersäule realisiert. Bei einer substratorientierten Düngung läuft dies recht gegensätzlich ab. Die Makronährstoffe werden zum Beispiel bei einem Aqua Design Amano Becken mit Power Sand und Aqua Soil im Substrat bzw. Bodengrund gebunden. Die Wasserpflanzen kommen so durch die Wurzeln an die Stoffe heran und können üppig wachsen, ohne dass sich höhere Mengen an Nitrat und Phosphat im Wasser befinden.

ADA Aqua SoilDa es gewisse Pflanzen gibt, die eine Düngung über das Substrat bevorzugen, zeigen diese einen besonders guten Wuchs. Über die Wassersäule werden lediglich die Mikronährstoffe, über einen Eisenvolldünger, und Kalium über Brighty K zugeführt.

Diese Becken laufen so gesehen auch recht kräftig gedüngt, jedoch eben über das Subtrat. Prächtiger Pflanzenwuchs läuft hier mit sehr niedrigen Nährstoffwerten in der Wassersäule ab. Da eine parallele Versorgung der Wasserpflanzen über das Wasser stattfinden kann, ermöglicht die substratorientierte Düngung eine sehr flexible Nährstoffversorgung für das Aquarium und stellt, gekoppelt mit zum Beispiel dem Estimative Index oder auch der PMDD Düngung, eine sehr ausgewogene Art und Weise sein Aquarium zu pflegen dar. Ebenfalls ist es natürlich möglich bedarfsorientiert anhand von Wassertests die verbrauchten Nährstoffe hinzu zu fügen oder die Nährstoffe über die ADA Düngeserie mit den Green Brighty Step Düngern aufzufrischen, die optimal auf das Substrat abgestimmt sind.

Gezielte Düngung durch Auffrischung der verbrauchten Nährstoffe

Eine gezielte Düngung über die Wassersäule anhand von Wassertestergebnissen stellt die letzte hier vorgestellt Düngemethode dar.

Hier ist vorweg sehr wichtig, dass man sehr genaue Wassertests nutzt. Die Wassertests aus dem Hobbybereich liefern meistens eher Schätzwerte und sollten immer einmal vor dem Gebrauch kalibriert werden. Dies bedeutet, dass man eine Standardlösung mit z.B. 10 mg/l Nitrat ansetzt und diese mit seinem Wassertest misst. Nun kann man genau sehen bei welchem Farbumschlag 10 mg/l Nitrat erreicht werden. Ohne diese Kalibrierung sind die Wassertests noch ungenauer.

Die beste Möglichkeit zu Testen, wird über ein Fotometer realisiert. Hier muss dann aber noch zusätzlich darauf geachtet werden, dass die eigentlichen Wassertests nicht „schlecht“ geworden sind und dadurch eventuell das Ergebnis verfälscht wird.

Gehen wir aber nun von einem funktionierenden Fotometer aus, so kann man nun sehr genau den Bedarf an Nährstoffen für das Aquarium ermitteln. Eine gute Möglichkeit wäre es an einem Tag die Nährstoffe zu kontrollieren und am darauf folgenden Tag. Anhand der Ergebnisse kann dann der Verbrauch bestimmt werden. Hier sollte man natürlich zunächst auch dafür sorgen, dass von allen Nährstoffen genug in der Wassersäule vorhanden ist. Nitratwerte um 10 mg/l, Phosphatwerte um 0,1 mg/l, Kaliumwerte um 5-10 mg/l und Eisenwerte um 0,1 mg/l werden oft empfohlen und reichen für eine phosphatlimitierte Düngung meist aus.

Gelegentlich sollte man natürlich die Werte kontrollieren, gerade wenn es zu Algen oder schlechterem Pflanzenwuchs kommt. Darauf muss dann bedarfsorientiert nachgedüngt werden.

Wasserwechsel von 50% pro Woche sind hier ebenfalls empfehlenswert und sollten am besten mit weichem, nährstoffarmen Wasser durchgeführt werden, damit eine gezielte und kontrollierte Düngung stattfinden kann. Die Anschaffung einer Osmoseanlage ist aus diesem Grund sehr zu empfehlen.

Die Nachteile des Systems liegen natürlich klar in dem Aufwand durch die Wassertests und den großen Wasserwechseln. Ebenfalls sind recht hohe Anschaffungskosten mit dieser Art der Düngung verbunden. Als sehr positiv ist natürlich die genaue Bestimmung der Nährstoffe im Wasser zu sehen und die gezielte Aufdüngung dieser Stoffe.

Zusammenfassung

Welches System ist aber nun für mich das Beste? Dies liegt klar an den eigenen Vorstellungen ein Aquarium zu pflegen. Eine kleine Liste mit den Vor- und Nachteilen soll aber die Entscheidung leichter machen.

Estimative Index

Pro:

  • Gute Nährstoffversorgung
  • Keine Wassertests
  • Einfach zu nutzen
  • Geringe Kosten

Contra:

  • Kann bei heiklen Pflanzen zu Problemen führen
  • Hohe CO2 Werte sind empfehlenswert
  • Große Wasserwechsel von 50% pro Woche
PMDD

Pro:

  • Solide Nährstoffversorgung
  • Keine Wassertests
  • Einfach zu nutzen
  • Geringe Kosten
  • Weniger Wasserwechsel nötig

Contra:

  • Teilweise kommt es dennoch zu Algen
  • Weitere Dünger sind eventuell erforderlich
Substratorientiert

Pro:

  • Gute Nährstoffversorgung über den Bodengrund
  • Keine Wassertests
  • Einfach in der Handhabung
  • Mit anderen Düngesystemen kombinierbar

Contra:

  • Hohe CO2 Werte sind empfehlenswert
  • Preislich sind ADA Produkte im oberen Segment angesiedelt
Testen und Düngen

Pro:

  • Sehr präzise
  • Führt nur die benötigten Nährstoffe dem Aquarium hinzu

Contra:

  • Recht kostspielig
  • Hoher Aufwand durch die Wassertests
  • Große Wasserwechsel von 50% pro Woche sind zu empfehlen
  • Viele Düngerflaschen bzw. Düngeprodukte sind für die gezielte Düngung erforderlich
  • Hohe CO2 Werte sind empfehlenswert

Hat man sich nun für eine Düngemethode entschieden, kann man sich auf die schönen Seiten der Aquaristik konzentrieren. Die Wasserpflanzen sollten nun prächtig wachsen und die Bewohner fühlen sich wohl. Jetzt kann voller Freude die Gestaltung des Aquariums beginnen, ohne dabei Abstriche machen zu müssen. Folglich wird durch eine ausgewogene Düngung der Grundstein für ein gesundes und dekoratives Aquarium gelegt, dass einem viel Spaß bereiten wird.

ADA Aquarien Leitfaden

Donnerstag, 05. Juni 2008

Aqua Design Amano “Naturaquarien” benötigen einen besonderen Aufbau und spezielle Pflege. Aus diesem Grund wird nun ein Leitfaden auf der Aquasabi Seite veröffentlicht, der die meisten Fragen beantworten sollte.

Der erste Teil des Leitfadens beschäftigt sich mit dem Bodengrund Aqua Soil und der darunter liegenden Schicht Powersand.

Die Vorteile dieser beiden Produkte werden aufgeführt und die Unterschiede verdeutlicht. Dieser erste Teil schafft somit die Grundlagen für den Aufbau eines Aquariums im Amano Stil. Die Langzeitdüngung des Substrats wird ebenfalls kurz angesprochen und erwähnt wie schnell bzw. langsam sich das Substrat erschöpft.

Im zweiten Teil geht es um die konkrete Einrichtung des Aquariums. Der Substrataufbau, mit seinen unterschiedlichen Schichten und Zusätzen wird erklärt. Ebenso gibt es Hilfestellung bezüglich der benötigten Menge an Aqua Soil, Power Sand, Clear Super, Bacter 100 und Tourmaline BC.

Durch den dritten und auch letzten Teil des Leitfadens wird die Düngung mit den unterschiedlichen ADA Düngeprodukten erklärt und auch auf die kritische Zeit des Einfahrens eines Aqua Soil Beckens eingegangen. Gerade in Bezug auf die ersten 2-3 Wochen benötigt ein ADA Becken einiges an Pflege, da das sehr nährstoffreiche Substrat viele Nährstoffe aus dem Bodengrund in die Wassersäule überführt und daher z.B. größere Wasserwechsel unabdingbar sind.

Ich hoffe somit, dass durch diesen Leitfaden über die ADA Produkte, deren Wirkungsweise verdeutlicht wird und mehr Personen diese qualitativ hochwertigen Produkte erfolgreich einsetzen, um ihrem Traumaquarium ein Stück näher zu kommen.